Eine persönliche Geschichte von Nina

Heute gibt es wieder eine persönliche Geschichte vom Klimasofa-Team. In dieser geht es darum, wie wir unsere Entscheidungen oftmals vor uns selbst rechtfertigen, wenn diese nicht im Einklang mit unseren Überzeugungen stehen.

Hier kommt Ninas Geschichte:

Vor etwa vier Jahren nahm ich mir fest vor, nicht mehr innerhalb Europas zu fliegen, um weniger Treibhausgase zu verursachen. In meinem Studium habe ich mich intensiv mit dem Klimawandel beschäftigt und weiß, wie dringend es ist, dass wir endlich ins Handeln kommen.

Etwa ein Jahr später wollte ich gemeinsam mit zwei Freundinnen in den Urlaub fahren. Wir hatten mehrere Wochen Zeit und planten, mit dem Bus Richtung Osteuropa zu fahren. Doch wie das mit Plänen manchmal ist, kam etwas dazwischen und plötzlich blieb uns nur noch eine Woche. Schnell war klar, dass eine Woche viel zu kurz war, um mit dem Bus eine so lange Reise zu machen.

Doch statt den Plan über Bord zu werfen, stiegen wir auf das Flugzeug um. Zwar fühlte ich mich bei der Buchung ziemlich unwohl, aber ich dachte an andere Freund*innen, die in diesem Jahr auch schon geflogen waren. Außerdem würde das Flugzeug ja auch ohne mich starten. Mit diesen Gedanken versuchte ich, meine Entscheidung vor mir selbst zu rechtfertigen.

Bereits auf dem Rückflug wich die Freude über den Urlaub einem unguten Gefühl. Ich hatte für eine Woche Urlaub mit meinen Freundinnen meine Werte über den Haufen geworfen! Das war zwar menschlich, aber es fühlte sich für mich in der Rückschau falsch an.

Seitdem verreise ich innerhalb Europas nur noch mit dem Zug. 2019 war ich in Frankreich, Italien, Slowenien und Österreich. So ein Urlaub im Einklang mit meinen Werten fühlt sich einfach besser an.

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