Jeder Mensch emittiert durch die Nutzung von Ressourcen und den Konsum von Produkten Kohlendioxid (CO2). Dieses CO2 gelangt durch Stoffkreisläufe in die Atmosphäre, wo es neben anderen sogenannten Treibhausgasen wie Methan und Lachgas dafür sorgt, dass sich die Erde erwärmt. Wir sprechen dann vom menschengemachten, auch anthropogenen Klimawandel.

Warum ist CO2 wichtig? Warum müssen wir uns damit beschäftigen?

Treibhausgase, zu denen auch CO2 gehört, machen nur 0,04 % der Atmosphäre aus. Sie sind jedoch die einzigen Gase, die Wärmestrahlung aufnehmen können. Stickstoff und Sauerstoff können keine Wärmestrahlung aufnehmen. Die Treibhausgase in der Atmosphäre nehmen einen Teil der Wärmestrahlung auf und sorgen dafür, dass ein Teil der Wärme in der Atmosphäre bleibt. Sie verhindern den direkten Austritt der Wärme ins Weltall. Dadurch erwärmt sich die Erde auf eine globale Durchschnittstemperatur von ca. 14 °C. Der natürliche Treibhauseffekt ermöglicht überhaupt erst (menschliches) Leben auf der Erde! Ohne ihn wäre es auf der Erde zu kalt (Greenpeace, Bildungsserver Hamburg).

Seit etwa 250 Jahren gelangen durch menschliche Aktivitäten zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre. Durch den menschlichen Einfluss wird der natürliche Treibhauseffekt erheblich verstärkt. Das bisherige Klimasystem wird gestört. Da mehr Treibhausgase in der Atmosphäre sind, kann weniger Wärme ins Weltall entweichen. Dadurch steigt die globale Durchschnittstemperatur immer weiter an. Die derzeitige Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre ist höher als in den vergangenen 650.000 Jahren! (Greenpeace, Bildungsserver Hamburg). Der Mensch führt der Atmosphäre mehr CO2 zu, als durch den Kohlenstoffkreislauf wieder aufgenommen werden kann (z. B. durch Wälder, Ozeane, Moore).

Auf den folgenden Seiten lernst du mehr darüber, was genau der CO2-Fußabdruck überhaupt ist, in welchen Lebensbereichen viel CO2 produziert wird und was du konkret tun kannst, um deinen persönlichen CO2-Fußabdruck zu verkleinern.

Was ist der CO2-Fußabdruck?

Mit dem CO2-Fußabdruck kannst du deine individuellen CO2-Emissionen berechnen, die z. B. durch deinen Stromverbrauch, deine Ernährung, dein Konsumverhalten und deine Art von Mobilität ausgestoßen werden. Somit ist der CO2-Fußabdruck ein Maß für die konsumbasierten Emissionen eines Menschen (meist in Tonnen pro Jahr und Kopf angegeben) (Global Footprint Network).

Es ist wichtig zu wissen, dass in die Berechnung des CO2-Fußabdrucks auch die anderen Treibhausgase mit einbezogen werden, diese werden in sogenannte CO2-Äquivalente umgerechnet. Der CO2-Fußabdruck misst also die Gesamtmenge an Treibhausgasen, die direkt oder indirekt durch Aktivitäten von Personen oder die Herstellung von Produkten entsteht. Dies beinhaltet auch die Emissionen, die im Ausland entstehen (z. B. bei der Produktion).

Achtung: Unterschiedliche CO2-Rechner ergeben unterschiedliche Werte (kleine Abweichungen). Das liegt daran, dass unterschiedliche Quellen und Methoden zu Grunde liegen. In manchen Rechnern werden auch die Emissionen, die im Ausland für Produkte entstehen, mit eingerechnet, in anderen Rechnern nicht.

Überblick CO2-Emissionen in Deutschland

Um den Treibhauseffekt nicht zu verstärken und die Erwärmung unter 1,5 °C zu halten, darf jeder Mensch auf der Erde nur zwei Tonnen CO2 pro Jahr verursachen. Deutschlands Klimaziel ist, bis zum Jahr 2050 den Ausstoß von Treibhausgasen um 95 % zu verringern. Das würde bedeuten, dass der Ausstoß pro Person und Jahr in Deutschland auf weniger als 1 t CO2 sinken müsste! Davon sind wir derzeit aber weit entfernt. Deutschland ist absolut gesehen der sechstgrößte CO2-Emittent weltweit (Global Carbon Atlas, 2018). Bei den Pro-Kopf-Emissionen liegt Deutschland mit 11,2 t pro Person und Jahr auf Platz 30 – was aber daran liegt, dass die ganzen erdölfördernden Staaten sehr hohe Pro-Kopf-Emissionen haben. Von den Industrienationen haben nur die USA, Australien, Kanada, Südkorea und Russland höhere Emissionen.

Ein Überblick über den durchschnittlichen CO2-Ausstoß in Deutschland pro Person und Jahr (Umweltbundesamt)

2,7 t für Wohnen und Strom,
2,1 t für Mobilität,
1,7 t für Ernährung,
3,8 t für sonstigen Konsum (wie Möbel, Kleidung und Elektroartikel),
0,9 t für öffentliche Emissionen.

Generell lässt sich weltweit beobachten, dass ein hohes Einkommen mit höheren Emissionen einhergeht. Das lässt sich dadurch erklären, dass mit steigendem Einkommen auch der Konsum zunimmt (Umweltbundesamt, 2016).


Laut eines Oxfam-Berichts sind die weltweit reichsten 10 % (630 Mio.) im Jahr 2016 für mehr als die Hälfte (52 %) des CO2-Ausstoßes verantwortlich gewesen. Die reichsten 1 % (63 Mio.) allein haben 15 % verursacht, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung für nur 7 % verantwortlich gewesen ist.

Zusätzlich zu den privaten Emissionen müssen zum CO2-Fußabdruck auch noch öffentliche Emissionen einberechnet werden. Dazu gehören die Emissionen von Schulen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen. Pro Jahr fallen davon durchschnittlich 0,9 t CO2 pro Person an (Umweltbundesamt).

Unterschied ökologischer Fußabdruck und CO2-Fußabdruck

Der ökologische Fußabdruck ist ein Maß dafür, wie viel biologisch produktive Land- und Wasserfläche ein Mensch benötigt, um alle Ressourcen, die er verbraucht, zu produzieren und die Abfälle, die er erzeugt, aufzunehmen. Der ökologische Fußabdruck wird in globalen Hektar gemessen. Ohne weitere Spezifizierung bezieht sich der ökologische Fußabdruck im Allgemeinen auf den ökologischen Fußabdruck des Konsums (Global Footprint Network, 2019).

Wohnen und Energie

Im Bereich Wohnen entstehen die meisten Emissionen durch die Nutzung von Strom und Heizung. Diese sind für bis zu einem Viertel unseres privaten CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Die Heizung macht dabei 16 % aus (was 1,77 t CO2 entspricht), beim Stromverbrauch sind es 6 % und 0,7 t CO2 (Umweltbundesamt).

Je nachdem, wie groß der Wohnraum ist, den man beheizen muss und wie viele elektrische Geräte man besitzt, kann der Anteil an Emissionen auch größer sein:

  • Eine Person, die in einer kleinen Wohnung lebt (ca. 30 m²) und nicht übermäßig heizt (< 20° C), verursacht ca. 1,6 t CO2 pro Jahr.
  • Eine Person, die in einer größeren Wohnung lebt (ca. 60 m²) und viel heizt (> 21° C), verursacht einen CO2-Ausstoß von 4,0 t pro Jahr, also das Zweieinhalbfache an CO2-Emissionen! (CO2-Rechner Umweltbundesamt)

Mobilität

Mobilität benötigt Energie, je nach Fortbewegungsmittel variiert hier die Menge an CO2-Emissionen, die durch das Verkehrsmittel ausgestoßen wird.

Verkehrsmittel im Vergleich (basierend auf den durchschnittlichen Treibhausgasemissionen im Personenverkehr in Deutschland (2018), Angaben in Gramm pro Personenkilometer (Umweltbundesamt):

Fernlinienbus: 29 g/Personenkilometer
Bahn (Fernverkehr): 32 g/Personenkilometer
Bahn (Nahverkehr): 57 g/Personenkilometer
Linienbus: 80 g/Personenkilometer
Pkw: 147 g/Personenkilometer
Fliegen: 230 g/Personenkilometer

Fliegen ist damit die klimaschädlichste Art der Fortbewegung (Umweltbundesamt). Generell gilt: je schwerer und schneller ein Verkehrsmittel ist, desto mehr Energie wird benötigt, um es anzutreiben, was einen höheren CO2-Ausstoß zur Folge hat (Utopia).

Ernährung

Unsere Ernährung hat einen großen Einfluss auf unseren CO2-Fußabdruck. 26 % der globalen Treibhausgasemissionen entstehen im Zusammenhang mit unserer Ernährung (Ourworldindata). Im Folgenden zeigen wir dir, welchen Anteil verschiedene landwirtschaftliche Prozesse an den Gesamtemissionen haben:

Viehbestand und Fischzucht: 31 %

Die Emissionen entstehen hauptsächlich durch die Produktion von Methan während des Verdauungsprozesses (hauptsächlich bei Rindern), Treibstoffverbrauch in der Fischerei und indirekt durch die Verwendung von Tierfutter, das hohe CO2-Emissionen in der Herstellung aufweist.

Pflanzenproduktion: 27 %

Bei der Produktion von Pflanzen werden Treibhausgase z. B. durch den Einsatz von Dünger freigesetzt (Lachgas). Beim Anbau mancher Pflanzen entsteht Methan, beispielsweise bei Reis. Der Reisanbau ist nach Schätzungen des Weltklimarats (IPCC) einer der Hauptgründe für steigende Emissionen von Methan (WELT).

Die landwirtschaftlichen Maschinen emittieren CO2 durch die Verbrennung von Diesel und Benzin.

Flächennutzung: 24 %

Die meisten landwirtschaftlich genutzten Flächen dienen der Fleischproduktion. Dabei entstehen doppelt so viele Emissionen durch die Flächennutzung für Viehzucht (16 %) als für den Pflanzenanbau für Menschen (8 %).

Versorgungsketten: 18 %

Auch bei der Lebensmittelverarbeitung und dem Transport vom Erzeuger zum Konsumenten entstehen CO2-Emissionen. Gerade bei Produkten, die nur unter bestimmten klimatischen Bedingungen angebaut werden können und dann weltweit exportiert werden, spielen Emissionen für den Transport eine große Rolle.

Konsum

Mit Konsum ist der Kauf von Dingen gemeint, der die Befriedigung der Grundbedürfnisse übersteigt. Dazu gehören z. B. Kleidung, Möbel, Elektrogeräte oder Nahrungsmittel, die nicht für den täglichen Bedarf benötigt werden, aber auch Dienstleistungen.

Laut Umweltbundesamt ist unser Konsumverhalten für ca. 34 % unseres CO2-Fußabdrucks verantwortlich! (Umweltbundesamt)

Konsum und CO2-Emissionen

  • 22 Mio. t CO2 entstehen durch vermeidbare Lebensmittelverschwendung. Das entspricht einem Drittel der deutschen landwirtschaftlichen Emissionen (WWF)
  • 8 % der globalen CO2-Emissionen entstehen durch die Textil- und Schuhindustrie. Die Produktion von 10 Jeans erzeugt so viel CO2 wie ein Flug von Berlin nach München (CIR) – ungefähr 0,15 t CO2 (amosfair)
  • 3,7 % der globalen CO2-Emissionen werden durch digitale Technologien erzeugt (Stand 2018) (Theshiftproject)

Hier gibt es also ein sehr großes Einsparungspotential!