Banken

Nachhaltige Banken erbringen typische Finanzdienstleistungen (Girokonto, Tagesgeld, Geldanlagen und Altersvorsorgeprodukte) oder vergeben Kredite. Aber: Anders als konventionelle Banken investieren grüne Banken das Geld auf Basis strenger Nachhaltigkeitskriterien, sowohl im sozialen als auch im ökologischen Sinn. Diese alternativen Banken bieten außerdem ein hohes Maß an Transparenz, damit Kunden nachvollziehen können, an welchen Geschäften sich eine Ökobank beteiligt.

Anders als Ökobanken handeln große konventionelle Banken oft mit heiklen Finanzprodukten und investieren in Branchen oder Firmen, die man nicht guten Gewissens unterstützen kann. So kann es durchaus passieren, dass das angelegte Geld als Kredit an Firmen vergeben wird, die Kohle- oder Kernkraftwerke bauen oder mit Waffen handeln. Als Kunde hat man hier keine Möglichkeiten, auf die Geschäftspraktiken Einfluss zu nehmen.

Es gibt derzeit in Deutschland vier nachhaltige Banken, von denen drei ein Girokonto für den täglichen Zahlungsverkehr anbieten. Außerdem bietet seit 2018 das Start-Up „Tomorrow“ ebenfalls ein rein digitales Girokonto an. Allerdings ist Tomorrow keine eigenständige Bank, sondern ein FinTech, das auf die Infrastruktur der Solarisbank zugreift. Die Solarisbank selbst hat weder Nachhaltigkeit noch Ökologie im Fokus.

GLS Bank

Website GLS

Die Genossenschaftsbank GLS Bank gilt als erste Bank in Deutschland, die nach sozial-ökologischen Grundsätzen wirtschaftet. Neben der Zentrale in Bochum gibt es Filialen in Berlin, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, München und Stuttgart. Die etwa 300.000 Kunden können an 19.000 Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken und der Sparda-Bank kostenlos Geld abheben.

Es wird ein zusätzlicher Beitrag „für gesellschaftliches Wirken“ von 5 Euro im Monat erhoben. Minderjährige sind befreit, Kunden bis 28 Jahre und Geringverdiener bezahlen 1 Euro.

Laut der GLS finanziert die Bank mit dem Geld ihrer Kunden „nur solche Unternehmen und Projekte […], die Entwicklungschancen für unsere und für zukünftige Generationen erhalten oder schaffen.“ Die Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Energie, Wohnen, Bildung, Ernährung, Soziales, nachhaltige Wirtschaft. Beim Abschließen eines Kontos können die Kunden auswählen, wo ihr Geld bevorzugt verwendet werden soll.

Triodos Bank

Website Triodos

Die Triodos Bank aus den Niederlanden ist mit 715.000 Kunden „Europas führende Nachhaltigkeitsbank“. Die Triodos Bank finanziert ausschließlich Unternehmen, Institutionen und Projekte, die „einen Mehrwert für Mensch und Umwelt schaffen“. Girokonto-Kunden können mit der Triodos-Kreditkarte an über 65.000 Geldautomaten in Deutschland sowie weltweit an allen Automaten mit MasterCard-Logo kostenlos Geld abheben.

EthikBank

Website Ethikbank

Die EthikBank ist eine „ethisch-ökologische Direktbank“. Mit ihren Krediten finanziert sie ausschließlich „ökologisch und sozial sinnvolle Maßnahmen“. Dazu zählen zum Beispiel ökologische Bauprojekte wie Passiv- und Energiesparhäuser, erneuerbare Energien, Elektromobilität oder kulturelle Projekte. Kunden können an allen ca. 19.000 Geldautomaten der deutschen Genossenschaftsbanken (Volks-, Raiffeisen-, Sparda-Bank) kostenfrei Bargeld vom Online-Girokonto abheben.

Die strengen Anlagekriterien der EthikBank umfassen eine Reihe von Positivkriterien – so müssen Unternehmen, welche die EthikBank finanziert, eine umfassende Umweltpolitik, die Einhaltung der Menschenrechte, die Förderung von Vielfalt und die Gleichberechtigung der Mitarbeiter garantieren. Die EthikBank legt ihre Investitionen und Kredite bis ins Detail offen. Die Bank fördert zudem langfristig ein Ethik-, ein Frauen- und ein Umweltprojekt.

Die Bank ist eine Zweigniederlassung der Volksbank Eisenberg.

Umweltbank

Website Umweltbank

Die Umweltbank verbindet Banking mit ökologischer und sozialer Verantwortung. Deshalb hat sie sich dem Umweltschutz in ihrer Satzung verpflichtet und finanziert ausschließlich Umweltprojekte: vom Solarpark bis zum Holzhaus. Seit der Gründung 1997 wurden mit inzwischen mehr als 160 Mitarbeitern über 22.700 solcher Projekte umgesetzt.

Ihren Kunden bietet die Umweltbank sowohl kurzfristige als auch langfristige Geldanlagen, vom Tagesgeldkonto bis zu Sparbriefen und Wachstumssparverträgen. Über ein Depot kann man via Umweltbank in nachhaltige Fonds und Wertpapiere investieren. Auch für Kredite kann die Umweltbank ein interessanter Ansprechpartner sein. Bei der Baufinanzierung gibt es bei der Umweltbank zum Beispiel verbesserte Konditionen für besonders energiesparende Häuser.

Ein Girokonto wird derzeit nicht angeboten.

Tomorrow

Website Tomorrow

Tomorrow wurde 2018 gegründet. Bislang bietet das Start-Up nur ein Girokonto an, das über eine eigene App verwaltet wird. Ohne App gibt es keinen Kontozugriff – man muss also ein Smartphone besitzen, um ein Konto bei Tomorrow zu führen.

Das Girokonto bei Tomorrow gibt es in drei Varianten, die zwischen 3 und 15 € pro Monat kosten und dafür verschiedene Leistungen enthalten.

Wichtig zu wissen: Tomorrow ist keine eigenständige Bank, sondern ein FinTech. Das Start-Up nutzt die Infrastruktur der Solarisbank, um seine Finanzdienstleistungen anzubieten. Die Solarisbank wiederum hat Ökologie und Nachhaltigkeit gar nicht im Fokus.

Tomorrow selbst gibt an, dass das Geld der Kund*innen ausschließlich in nachhaltige Projekte investiert wird. Allerdings trifft das immer nur auf einen Teil der Einlagen zu, der Rest liegt weiterhin bei der nicht nachhaltigen Solarisbank. Aus Sicht des Klimasofas sind derzeit daher nur die vier vorgenannten „echten“ Banken empfehlenswert.