Handlungsempfehlungen für Verbraucher
Dr. Stefan Kruijer, 22. Januar 2020

Grundsätzliches:
Die Digitalisierung geht einher mit einem sehr hohem Energieverbrauch und daraus resultierenden CO2 -Emissionen. Zum einen benötigt man viel Energie für die Produktion der Hardware (Smartphones, Tablets, Laptops). Zum anderen führt die stark zunehmende Nutzung vor allem zu einem hohen Energiebedarf für den Betrieb der Server in Rechenzentren und den Betrieb der Internet-Infrastruktur.

Der Verbraucher ist durch Kauf der Hardware und die Nutzung von Internet-basierten Apps, Diensten und Websites wesentlicher Verursacher des hohen Energiebedarfs der Digitalisierung. Es ist allerdings als Verbraucher nicht leicht sich im Bereich der Digitalisierung möglichst nachhaltig zu verhalten. Es gibt sowohl bei Hardware als auch bei Software mitunter nur wenig Alternativen zu den etablierten Herstellern und der Energiebedarf wird für den Verbraucher nicht transparent ausgewiesen. Nichtsdestotrotz hat der Verbraucher Möglichkeiten, seinen digitalen CO2 -Fußabdruck positiv zu beeinflussen:

Hardware:
Weniger häufig ein neues Smartphone, Tablet oder Laptop kaufen. Die Leistungssteigerung neuer Geräte ist heute weniger stark als früher, sodass man mittlerweile auch länger mit einem schon etwas älteren Modell auskommt.

Gerade bei Smartphones halten etwas teurere Geräte tatsächlich länger als preiswertere Geräte. Also nicht an der falschen Stelle sparen.

Klingt banal, aber: Sorgfältig mit seinen Geräten umgehen. Gerade Smartphones gehen sehr häufig durch Herunterfallen kaputt. Eine Schutzhülle wirkt schon Wunder.

Vielleicht beim nächsten Mal auf ein Smartphone umsteigen, das durch seine modulare Bauweise besser reparierbar ist, z.B. das Fairphone 3.

Vielleicht einfach mal nicht jeden neuen Hype mitmachen, den das Marketing der Hersteller uns verkaufen möchte (Sprachassistenten, Smart Home, …) Diese Lösungen gehen meistens mit noch höherem Datenverbrauch einher.

Nutzungsverhalten:
Ganz pauschal: je weniger man das Internet nutzt, desto besser. Weniger Datentransfer führt zu geringerem Energiebedarf.

Besonders schädlich: Online-Streaming. Also vielleicht mal ein Buch lesen statt die neuste Netflix-Serie gucken. Beim Video-Streaming die Auflösung reduzieren. 4K auf einem Smartphone-Display ist nicht sinnvoll.

Fernsehen über „klassische“ Wege (Satellit, Kabel, DVB) benötigt deutlich weniger Energie als die „smarte“ Lösung über das Internet.

Beim Musik-Streaming auch eine reduzierte Musik-Qualität ausprobieren. Wie groß ist überhaupt der hörbare Unterschied?

Musikstücke, die man regelmäßig hört, nicht jedes mal aufs Neue streamen, sondern die Möglichkeiten des lokalen Speicherns nutzen.

Weniger große Videos und Bilder in Social Media posten. Muss das neuste Katzenvideo unbedingt sein?

Die Cloud und das häufige Synchronisieren von Daten mit der Cloud verursachen einen starken Datentransport durch das Internet und große Leistungsaufwände in Rechenzentren für Datensicherungen. Insbesondere Videos und Bilder sollte man nach Möglichkeit lieber lokal auf dem eigenen Computer speichern und nicht in der Cloud. Die Cloud – so weit es geht – meiden.

Eine WLAN-Verbindung benötigt weniger Energie als eine Mobilfunkverbindung (und schont das mobile Datenvolumen). Noch besser als WLAN ist eine Kabelverbindung.