Während 1995 noch 531 Millionen Menschen in den Urlaub fuhren, waren es 2017 bereits 1,3 Milliarden Menschen (DW). Da Flüge immer billiger werden, können es sich auch immer mehr Menschen leisten, in den Urlaub zu fliegen. Was dabei oft in Vergessenheit gerät: Die sog. Touristifizierung wirkt sich spürbar negativ auf Mensch, Klima und Umwelt aus. Laut eines Berichts des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2019 entfallen 8 % der Treibhausgas-Emissionen auf den weltweiten Tourismus mit steigender Tendenz. Auch die Einheimischen in den beliebten Urlaubsorten leiden unter dem globalen Tourismus. Tim Freytag, Professor für Humangeografie an der Uni Freiburg, vergleicht den Prozess mit der Gentrifizierung : „Ärmere Bewohner werden verdrängt, und die Wohnviertel werden immer homogener“ (DW). Expert*innen sind sich einig: Tourismus muss nachhaltiger und rücksichtsvoller gestaltet werden.

Gentrifizierung

Gentrifizierung bezeichnet zumeist die Verdrängung einkommensschwächerer Haushalte durch wohlhabendere Haushalte in innerstädtischen Quartieren, somit einen wichtigen Aspekt der Auswirkung sozialer Ungleichheit auf den Wohnungsmärkten (bpb).

In Deutschland fliegt jede*r Dritte einmal pro Jahr in den Urlaub. Dabei produziert laut der International Civil Aviation Organization bereits ein einfacher Flug in der Economy Class von Hamburg nach Mallorca rund 160 kg CO2 pro Kopf.

Hinzu kommt: Während es sich die einen leisten können, mehrmals pro Jahr zu verreisen, sind andere so arm, dass sie sich keine einzige Urlaubsreise leisten können. Rund 14,5 % der Deutschen, das ist jeder Siebte, sind 2019 unfreiwillig zu Hause geblieben (Change Magazin). Im europäischen Vergleich schneidet Deutschland dennoch gut ab: In beliebten Urlaubsländern wie Rumänien, Kroatien und Zypern konnte sich 2019 nicht einmal jeder Zweite leisten, eine Urlaubsreise anzutreten (WirtschaftsWoche). Trotz all der positiven Veränderungen bleiben Urlaubsreisen ein Luxus und keine Selbstverständlichkeit.

Es gibt neben den klimaschädlichen Folgen auch noch weitere Gründe dafür, das eigene Urlaubspensum sowie die Wahl des Reiseziels zu überdenken. Natürlich geht es nicht darum, einfach gar nicht mehr zu verreisen. Stattdessen geht es darum, seltener, bewusster und nachhaltiger unterwegs zu sein sowie der Natur und Einheimischen wieder mit angemessenen Respekt zu begegnen.

Im Folgenden erfährst du etwas darüber, mit welchen Verkehrsmitteln du am klimafreundlichsten reist, welche Vorteile eine pflanzliche Ernährungsweise auf Reisen mit sich bringt und welche Unterkünfte nachhaltiger sind als andere. Unter der Rubrik „Handeln“ kannst du zudem nachlesen, was du konkret vor und während der Urlaubsreise machen kannst, um CO2 einzusparen, die Biodiversität zu erhalten und die Umwelt zu schützen.